Auf Tour zu sein ist eines der schönsten Kapitel meines Lebens. Aus  Gemeinschaften die sich am Anfang nur flüchtig gekannt haben sind Familien geworden. Hier könnt ihr lesen was ich nach der letzten Tour an alle geschrieben habe die dabei gewesen sind.

Dear fellows,

now few days did pass since our lovely trip was over, as suddenly and subtle as it began. Since then, I dipped into a whole different world, which is being with my family and finding out what altered beings we are after that time and how we can relate. Luckily, things are going good. It might have been a help to not fall into tour blues. I hope you are all fine too..

I don’t mean to get sentimental, just have a few words I want to share: I’m very grateful for the time we spent, countless little moments are now shivering through this big mass of events I experienced with you. What a group we are, what a way of being, through the thick and the thin, put together by each and every person that was in company. 

In the past years I often had this thought, that in the rush of events I might never really be able to appreciate the ways that lead me there.. Some targets did lay far ahead and I might eventually have reached them, but these targets themselves just held happiness for a very limited amount of time and the long way that led towards them was often full of compromise. Sometimes I had nothing else in mind than a record contract, an album, a next step, whatever it was, and when it was finally there, it was over and out right away. Some new goal took over its place.

However, during the last few days it became clear to me that this journey we took was right the opposite, a long lasting series of beautiful moments, something to be remembered as a feeling, more than a purpose. And this is the way I want to live. I thank you all for that. I treasure it deep in my heart. 

So I will fight for a next chapter, for some events next year and let you all know as soon as possible. In the meantime I try to carry a little bit of our Kayumate into all the other worlds I find myself in, wherever it might fit.

See you all soon.

Max

Lieber Freund

Oh, lieber Freund, als du dort warst

Sag ob du in ihr dies feine Lächeln sahst

Lässt sie die Welt um sich erblühen

Dass alle Herzen Funken sprühen

Und sag mir leuchten ihre Augen noch so grün?

Und du fragst warum ich nicht zu ihr geh‘

Und dann dort nach einer Antwort seh‘

Weil unser Bild strahlt wie es ist 

In jedem Pinselstrich seh‘ ich sie und mich

Vereint im Wirbelwind, der nie ein Ende nimmt

Oh, lieber Freund, bitte sag mir

Lebt dieser sanfte Zauber immer noch in ihr

Der selbst den kaltherzigsten Mann

Einfach ins Wanken bringen kann

Oh, ich erinner‘ mich, ich erinner‘ mich daran

Und du fragst warum ich nicht zu ihr geh‘

Und dann dort nach einer Antwort seh‘

Weil unser Bild strahlt wie es ist 

In jedem Pinselstrich seh‘ ich sie und mich

Vereint im Wirbelwind, der nie ein Ende nimmt

Du suchst weiter

Ein funktionierender Kopf

ist gut einen zu haben

ihn alles zu fragen

ihn hoch oben zu tragen

Aber ich hoffe du weißt

dass das nicht immer viel heißt

wenn es dich aus der Flugbahn reißt

Und du suchst nach den guten Lösungen

Siehst ein Ziel, doch kein Weg führt mehr dahin

Der eine Satz ist gefallen

und die Antwort kam auch

und es gibt nur die Zeit die alles braucht

Ein funktionierendes Leben

in Liebe zu baden

sich auf Händen zu tragen

und sich alles alles alles zu sagen

Aber ich hoffe du weißt

dass das nicht immer so kommt

du warst es nur lang, so lang gewohnt

Und du suchst nach den guten Lösungen…

Doch du, du suchst und suchst, suchst weiter

dort wo niemand vor dir war

siehst dich selbst aus allen Winkeln

doch Philosophie schafft keine Julia

Und du suchst nach den guten Lösungen…

Dieses Lied “Erinnerungen” wollte ich eigentlich nie veröffentlichen. Ich habe es geschrieben, um es meiner Familie an Weihnachten vorzuspielen. Wenn sie alle darin vorkommen, dachte ich, dann verstehen sie vielleicht noch besser was ich eigentlich mache. Es waren damals noch mehr und größtenteils andere Strophen, diese flechten sich unterbewusst mit ein: an wen habe ich lange nicht gedacht, der muss mal wieder genannt werden. Dieser Fundus wächst noch: als mein Opa im letzten Jahr gestorben ist, kam noch die Strophe mit ihm dazu, ich habe sie dann auf seiner Beerdigung das erste Mal gesungen. Eine andere habe ich für einen Freund, auf seiner Hochzeit gesungen.

„Denn sie waren alle einmal da für mich, bis wir uns nicht mehr so oft, oder auch gar nicht mehr sahen.“

Aber eigentlich geht es gar nicht unbedingt um den Tod, sondern um die Beziehungen, die so intensiv sind und die sich mit der Zeit ohne speziellen Grund verlieren. Das war der eigentlich treibende Gedanke, durch den das Lied zu seiner jetzigen Form gefunden hat. Der C-Teil kam später dazu und regelmäßig kommt es mir vor wie eine kleine Beschwörung, wenn ich singe, dass ich hoffe, dass die Personen auch manchmal an mich denken, wo auch immer sie sind. Ob im Himmel oder noch immer in der Wohnung, in der ich sie zuletzt besucht habe. 

Manchmal hilft es mir dann zu denken, dass das “Jetzt” auch nur einer von sehr vielen Sichtweisen ist, die am Ende des Lebens alle nebeneinander stehen werden. Wir gehen immer davon aus, dass wir klüger werden, unsere Beziehungen intensiver, wir zu einem Kern vordringen. Das “Jetzt” scheint immer die weiseste Version von uns zu sein. Aber ist das wirklich so? In Wirklichkeit verlieren wir, glaube ich, die meiste Zeit genau so viel, wie wir gewinnen. Nur schauen wir vielleicht nicht so gerne danach . Nach einer Zeit kann uns das auf die Füße fallen. Diese Stelle in dem Lied hilft mir, mich daran zu erinnern.

Das Lied ist im stetigen Wandel und mittlerweile nicht mal bei meiner Person geblieben. Irgendwann bekam ich einen Anruf vom Berliner Senat, ob ich ein Lied mit einem Geflüchteten schreiben kann. Sinan stand dann da in meiner Küche und erzählte von seiner Reise hierher, den Leuten die er getroffen hat und die ihm was bedeutet haben. Am selben Nachmittag hatte ich eine neue Version des Liedes, die “Die Erinnerungen des Sinan M.”  Wer weiß wessen Erinnerungen ich noch zu einem Lied machen kann, diesem Spiel sind keine Grenzen gesetzt. 

Als ich das Lied kurz vor Weihnachten einem Freund vorspielte, antwortete dieser bewegt Erstes: “das ist ja ein Lied über meine Familie!” Da wusste ich, dass ich es auf die Bühne bringen muss. Genau das ist es, was ich an meinem Beruf am meisten liebe: aufzeigen zu können wie sehr wir einander ähneln. Eine Erkenntnis, die Frieden schafft.

Regie Sandra Ludewig

Der Clown

Die Vorstellung beginnt

im Herzen sind wir Kind

der Kopf spielt Akrobat

wünscht sich viel Applaus

macht nen Salto und rutsch aus

Er liegt im Sand und denkt daran

wie das Glück so plötzlich kam

und wieder ging

das Herz, das Kind, schlägt nebenan

und gibt den Dingen einen Sinn

Hier im Zirkus Heile Welt

tobt die Menge wenn man fällt

und der Clown, der alte Held

er lief so unschuldig durchs Zelt

aus Versehen hat er mir

sein Bein gestellt

Und das Räderwerk rotiert

Mademoiselle, sie balanciert

die ganze ellenlange Show

und dann fällt sie still hinab

dieser Zirkus ist ihr Grab

Kopf & Herz schauen es mit an

auch wenn’s keiner ändern kann

sie zweifeln doch

Der Clown er grinst im Walzerschritt

aber sein Auge grinst nicht mit

Hier im Zirkus Heile Welt

Und dressierte Menschen springen

wenn Dompteure Peitschen schwingen

Schwindler sitzen auf dem Thron

und eine Beste die’s erkennt

wartet auf ihren Moment

Hier im Zirkus Heile Welt

tobt die Menge wenn man fällt

und der Clown war lang der Held

er lief so unschuldig durchs Zelt

wollte kein Dank, brauchte nur Geld

aus Versehen hat man ihm

ein Bein gestellt.